Tulpan
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Es sind die Glücksmomente des Cinephilen, wenn plötzlich Kino mehr ist als Story, schöne Bildwelt oder intellektuelle Montagearbeit. Wenn die Kamera in eine fremde Umgebung taucht, Hunderte von Details und Eindrücke registriert, Bilder, die eine große Vertrautheit des Filmemachers mit sehr spezifischen Situationen zur Voraussetzung haben, neben Geduld, Beobachtungstalent und dem Glück, am rechten Ort zur rechten Zeit zu sein, um das Unfabrizierbare einzufangen. Tulpan des aus Kasachstan stammenden Sergey Dvortsevoy ist ein solcher Mikrokosmos, der seine sinnliche Fülle in jeder Einstellung vor dem Zuschauer entfaltet. Der Hauptpreis der Parallelreihe »Un certain regard« wurde ihm in Cannes mit Recht zugesprochen.

Dieter Wieczorek, Schnitt.de

Zwischen Unbeschwertheit und Depression lag schließlich »Tulpan«, der den Zuschauer in die fremde Welt des kasachischen Nomadenlebens entführt. In die fast schon dokumentarisch anmutenden Bilder des rauen Daseins der Schafhirten in der Wüste hat der russisch-kasachische Regisseur Sergej Dwortsewoj behutsam die Geschichte des jungen Asa (Aschkat Kunchinerikow) eingearbeitet. Der will immer wieder die schöne Tulpan erobern, obwohl diese ihn wegen eines schnöden Grundes abweist: Seine Segelohren nehmen ihm jede Chance. Bei aller Exotik berührt der Film auch westliche Zuschauer. So fremd Asa als Person außerdem sein mag, so vertraut sind seine Gefühle.

Paul Katzenberger, Süddeutsche Zeitung

Es gab sie durchaus, die guten Filme im 61. Cannes-Jahrgang, doch man musste danach suchen. Etwa in der Nebensektion »Un Certain Regard«, wo Fatih Akin, der erst vor Wochen beim Deutschen Filmpreis bezweifelt hatte, dass man Filme überhaupt bewerten könne, als Jurypräsident noch drei Preise dazu erfand. Den Hauptpreis gewann ein faszinierender Familienfilm, den die deutsche Firma Pandora mit einem Regisseur aus Kasachstan drehte: Der gelernte Dokumentarfilmer Sergei Dvortsevoy verwischt mit seinem Schafbauern-Drama »Tulpan« die Grenzen zwischen Fiktion und Nicht-Fiktion bis zur Unkenntlich­keit. Dass man sich dennoch nicht verloren fühlt in der endlosen Steppe, fünfhundert Kilometer entfernt von der nächsten Stadt, liegt an der Wahrung zweier Konstanten: Der starken emotionalen Linie und der Treue zum alten 35-Millimeter-Film. Soll noch einer behaupten, man könne so einen Stoff nur noch auf Video drehen. Manchmal erfasst die geniale Kamerafrau Jolanta Dylewska gleich mehrere Stimmungswechsel in einer Einstellung, etwa wenn sie den Bauern auf seiner Flucht aus dem Zelt begleitet, in dem die Frauen zu viele Volkslieder singen. Der Mann hört lieber Boney M., wofür man ihn nicht bewundern muss, wohl aber für seine Leistung als unvorbe­reiteter Geburtshelfer einer Schafsmutter. Der Film ist auf die gleiche Art faszinierend wie Robert Flahertys Stummfilm „Nanuk, der Eskimo“, wenn er eine ferne Kultur allein durch die Sprache von Blicken und Gesten in nächste Nähe holt.

Daniel Kothenschulte, Frankfurter Rundschau

Tulpan des kasachischen Regisseurs Sergei Dvortsevoy lebt von seinen leicht skurrilen, aber immer liebevoll gezeichneten Figuren, von der quasi-dokumentarischen Erzählweise und einer Kamera, die die Schönheit und Kargheit der Steppe ohne grosse Gesten einfängt. Der Wind, der die Steppe tagtäglich durchtobt, ist dazu Soundtrack genug. Die Koproduktion zwischen Kasachstan, Deutschland und der Schweiz wurde 2008 am Festival in Cannes in der Nebensektion «Un certain regard» uraufgeführt und erhielt dort verdientermassen den Hauptpreis.

Nathalie Jancso, cinemabuch.ch

With a deadpan charm all its own, Tulpan ends up dealing with some fairly serious questions on the order of how you make peace with a dream.

Kenneth Turan, Los Angeles Times

To certain serious world-cinema aficionados, Tulpan‘s combination of understated comedy and documentary-level depiction of rural Kazakh life will be catnip.

Dan Kois, Washington Post

A tender, unforgettable comedy about a vanishing way of life.

Tamara Straus, San Francisco Chronicle

Tulpan might be described as an epic landscape film or a sweetly comic coming-of-age story. But the setting gives the movie a science fiction mood.

A. O. Scott, New York Times

A coming-of-age story that also examines the pull and push of the modern and traditional, Tulpan is a striking, unique, narrative feature debut for director-writer Sergei Dvortsevoy.

Tom Long, Detroit News

Quite extraordinary. Gently comic, ultimately stirring, the nomadic world Dvortsevoy chronicles pays loving attention to the lives of both humans and animals – interdependent residents in a difficult, memorable part of the world.

Michael Phillips, Chicago Tribune

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